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Institutspublikationen

Regelmäßig werden die zahlreichen Forschungsresultate der am Kunsthistorischen Institut forschenden Wissenschaftler_innen als Monographien, Aufsätze oder anderweitige kunsthistorische Beiträge publiziert. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die Publikationen neueren Datums.

Zudem veröffentlichen die Forscher_innen aktuelle Ergebnisse in den an das Institut angegliederten laufenden Reihen "Opaion. Schriften aus dem Kunsthistorischen Institut Bonn" und in der Reihe "Tholos – Kunsthistorische Studien". Eine Übersicht finden Sie auf der Seite zu den Laufenden Reihen. Ältere Forschungsergebnisse der Bonner Kunsthistoriker_innen finden Sie zudem in den Abgeschlossenen Reihen.


Aktuelle Veröffentlichungen

Doris Lehmann

Vom Streit zum Bild. Bildpolemik und andere Waffen der Künstler

ad picturam, 2017

Lehmann_Bildpolemik.jpg Wie stritten bildende Künstler miteinander und wie setzten sie dabei ihre Werke als Waffe ein? Wie konnten sie ihren Kritikern und Feinden zeigen, was sie von ihrem Kunsturteil hielten und – wenn möglich ohne Worte – dafür sorgen, dass ihr Publikum dies auch verstand? Wie konnten sie ferner ignorante Auftraggeber bestrafen und ungestraft beleidigen? Und was passierte, wenn ein Künstler emotional überreagierte und durch irrationales Handeln Toleranzgrenzen überschritt? Oder wenn ein Gegner antwortete?

Diesen und anderen Fragen widmet sich der Sammelband des DFG-Projekts "Streitstrategien bildender Künstler in der Neuzeit", der auf der vom 4. bis 5. Dezember 2015 an der Universität Bonn veranstalteten internationalen Tagung "Vom Streit zum Bild – Bildpolemik und andere Waffen der Künstler" basiert. Im Zentrum der Diskussionen stehen hier Streitfälle, in denen Künstler ihre Werke als Medium einer Auseinandersetzung instrumentalisierten und inszenierten. Jenseits der bereits intensiv erforschten Aspekte Paragone, Agon, Aemulatio und der Künstler als Verbrecher widmet sich dieser Sammelband damit dem Phänomen des Künstlerstreits unter Berücksichtigung des durch Kontroversen freigesetzten kreativen Potentials, seinen bildsprachlichen Traditionen und Innovationen. Das behandelte Spektrum von Fallstudien umfasst im Schwerpunkt Beispiele des 16. Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart.

Erscheint voraussichtlich im Juli 2017

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Torsten Tjarks

Das Architekturdetail bei Borromini. Form, Variation und Ordnung
(Römische Studien der Bibliotheca Hertziana Band 37)

Hirmer-Verlag, München 2015

Tjarks_Borromini_2015Neuartige Architekturdetails, die den klassischen Formenkanon der Säulenordnungen auf signifikante Weise abwandeln, sind ein wesentlicher Bestandteil der Werke Francesco Borrominis (1599‒1667). Er setzte Kapitellgestaltungen und Profilierungen gezielt ein, um seine unkonventionellen Architekturen mit ungewohnten Qualitäten auszustatten, formal-ästhetisch wie inhaltlich-ikonologisch.

Bereits die Zeitgenossen registrierten es als ein auffälliges Merkmal dieses Hauptmeisters des römischen Barock, dass er zu jedem Bau einen eigenen Apparat von Einzelformen erfand und sich dabei - in vermeintlich radikaler Weise - von den Modellen der Antike und Renaissance löste. Diese Praxis, die ebenso scharfe Ablehnung wie eine fruchtbare Nachfolge erfuhr, wird in der Arbeit an exemplarischen Werken, insbesondere der ersten Schaffensphase, untersucht. Im Zentrum steht dabei nicht allein die Frage, inwiefern Einzelmotive übernommen und abgewandelt wurden, sondern auch, in welchem Verhältnis das abgewandelte Detail zur Gesamtstruktur des jeweiligen Baus steht. Eingehende Analysen der Handzeichnungen Borrominis machen nachvollziehbar, wie er im Bereich der Profilierungen über das Variieren bestimmter Formen neue Lösungen gewann und welche Methoden er zur Proportionierung von Gesimsen und Kapitellen anwandte. Es ergeben sich neue Einblicke in sein Verhältnis zur Antike, zu Vorläufern wie dem von ihm verehrten Michelangelo und zu den Vorgaben der Architekturtheorie. Weitere Aspekte der Arbeit sind u.a. der ikonographische Hintergrund einiger religiöser Symbole, die im Baudekor Borrominis häufig begegnen, sowie die Wiedergabe von Borrominis Architekturdetails in druckgraphischen Publikationen des frühen 18. Jahrhunderts.

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Katja Mikolajczak

Der Maler Jakob Götzenberger, 1802–1866. Leben und Werk

Rhema-Verlag, Münster 2015

Ausgezeichnet mit dem Ulrich-Weidner-Preis für Kunstgeschichte 2012 des Kunsthistorischen Instituts der Bonner Universität und mit dem Paul-Clemen-Preis des Landschaftsverbands Rheinland 2013

Tholos_9.jpgHeute wenig bekannt, war der 1802 in Heidelberg geborene Maler Jakob Götzenberger zu Lebzeiten ein hoch angesehener Künstler. Götzenberger war ein Schüler von Peter Cornelius und führte einige prestigereiche, weithin beachtete Aufträge aus. So fertigte er Wandgemälde für die Aula der Bonner Universität, die Kapelle des Herdingschen Gutshauses in Nierstein und die Trinkhalle in Baden-Baden. Außerdem wurde er zum badischen Hofmaler und Galeriedirektor in Mannheim ernannt. Besondere Bedeutung kommt Jakob Götzenberger zu, da er ab den 1850er Jahren in England tätig war und auch dort sehr bedeutende Auftraggeber fand. So stattete er für den Earl of Ellesmere das überdachte Atrium des Bridgewater House in London aus. Dafür schuf er Wandgemälde, Kuppeldekorationen, entwarf Stuckfiguren und sogar Mobiliar. Götzenberger fertigte außerdem vier große Historiengemälde für den Duke of Northumberland. Viele Werke des Malers zeigen deutliche Bezüge zu Arbeiten seines Lehrers Peter Cornelius und den Idealen des Lukasbundes. Zudem umfasst Götzenbergers Œuvre auch Genreszenen, Landschaften und zahlreiche Porträts.

Diese Monografie behandelt erstmals das gesamte Schaffen des Künstlers, darunter viele bisher unbekannte Arbeiten. Anhand zeitgenössischer Quellen konnte zudem seine außergewöhnliche Biografie rekonstruiert werden. Neben einem Textteil, in dem chronologisch der Werdegang Götzenbergers und seine wichtigsten Arbeiten besprochen werden, verfügt die Monografie über einen Katalog, in dem alle bekannten Werke des Künstlers systematisch untersucht werden.

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Stefan Bodemann

Der musizierende und tanzende David in der italienischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts

Rhema-Verlag, Münster 2015

Ausgezeichnet mit dem Ulrich-Weidner-Preis 2014

Tholos_8.jpgKönig David zählt zu den prominentesten Figuren des Alten Testaments und somit der biblischen Ikonographie. Die Monographie untersucht, wie der musizierende und tanzende David in der frühneuzeitlichen Malerei Italiens, wo der Aspekt des Musizierens in besonderer Weise kultiviert ist, dargestellt wurde. Erfüllt wird damit in einem ersten Versuch ein erhebliches Forschungsdesiderat, nämlich die systematische Analyse der nachmittelalterlichen Davidikonographie unter besonderer Berücksichtigung der Musikikonographie.

Eine repräsentative Auswahl an Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts lässt erkennen, dass der alttestamentliche König im Zusammenhang mit drei Bildtypen erscheint: als musizierender Hirte und Waffenträger vor König Saul, anlässlich der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem sowie allgemein als musizierender und singender Psalmist. Gegeben ist jeweils eine hohe Vielfalt an Möglichkeiten des Inszenierung des Musizierenden und Tanzenden – sei es als Musiktherapeut avant la lettre, als Tugendexempel oder als Himmelsmusiker. Zudem versucht die Studie, die Beziehungen zwischen David- und Cäciliendarstellungen sowie bildlichen Repräsentationen musizierender Gestalten der profanen Ikonographie (Orpheus, Apollo, Homer usw.) zu erhellen.

Nicht zuletzt erfolgt ein knapper Abriss der Ikonographie des musizierenden David in der mittelalterlichen Buchmalerei einerseits, in den niederländischen Bildkünsten der Renaissance und des Barock andererseits. Ein Katalog fächert jeweils ikonographische, stilistische, theologische und philosophische sowie instrumentenkundliche Aspekte auf, ergänzt um eine möglichst präzise Rekonstruktion von Kontext und Funktion der jeweiligen Bildwerke und ihrer Aussage.

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Georg Satzinger / Marc Jumpers (Hg.)

Zeremoniell und Raum im Schlossbau des 17. und 18. Jahrhunderts

Rhema-Verlag, 2014

Tholos_7.jpg

Inhalt:

Hellmut Lorenz: Zeremoniell und Raumdekoration im barocken Schlossbau. Ideal und Wirklichkeit

Eva-Bettina Krems: 'Il y a cette difference dans nos usages ...'. Höfische Raumfunktionen und Raumkonzepte um 1700 im europäischen Vergleich

Henriette Graf: Die Residenz München. Zeremoniell, Raumdisposition und Raumnutzung 1680–1745

Martin Pozsgai: Die Appartements des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern in Boitsfort, Nymphenburg und Schleißheim

Ulrike Seeger: Zur reichsfürstlichen Aneignung eines französischen Raumtyps am Beispiel des Paradeschlafzimmers in Schloss Schleißheim

Guido Hinterkeuser: Zwischen Aneignung und Erneuerung. Die Wohn- und Paradeappartements des ersten preußischen Königs Friedrich I. im Berliner Schloss

Anna Mader-Kratky: Zwei Herrscher unter einem Dach. Herausforderungen an Raum und Zeremoniell in der Wiener Hofburg in mariatheresianischer Zeit

Marina Beck: Residenz oder Lustschloss? Die Funktion des Schlosses Schönbrunn zur Zeit Maria Theresias (1740–1780)

Marc Jumpers: Profane Schlossräume und ihre Bedeutung im Trauerzeremoniell der Kölner Kurfürsten Joseph Clemens und Clemens August


Harald Wolter-von dem Knesebeck / Joachim Hempel (Hg.)

Die Wandmalereien im Braunschweiger Dom St. Blasii

Schnell & Steiner, 2014

WandmalereienDie gegen 1230–1240 entstandenen Wandmalereien des Braunschweiger Doms, eines der wichtigsten Kirchenbauten seiner Zeit, bilden den größten Komplex ihrer Art aus dem Hochmittelalter. Dieser Band behandelt diese bedeutenden Malereien und ihre neuzeitlichen Ergänzungen vor dem Hintergrund neuer Restaurierungen. Besprochen wird die stilistische Erscheinung der Wandmalereien ebenso wie ihre Beischriften, ihr Programm und dessen Einbindung in den Kirchenraum, in dem sich das berühmte Stiftergrab Heinrichs des Löwen befindet. Weitere Beiträge widmen sich der Künstlerfrage ("Johannes Gallicus") und dem Kontext der Wandmalereien: dem Kirchenraum und seiner Baugeschichte bzw. seiner liturgische Disposition sowie der Geschichte der Institution. Die Autoren sind ausgewiesene Kenner des Objektes aus den Disziplinen Kunstgeschichte und Geschichte, Restaurierungswissenschaft und Theologie.

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Anne-Marie Bonnet

Albrecht Dürer. Die Erfindung des Aktes

Schirmer/Mosel Verlag, 2014

Dürer AktAls sich Albrecht Dürer (1471–1528) an der Wende zum 16. Jahrhundert mit der Darstellung des nackten Menschen, also dem Akt, auseinanderzusetzen begann, gab es diesen Begriff noch gar nicht. Die Gattung wie das Sujet waren in der Nachantike vom Primat religiöser Bilderwelten abgelöst worden und in Vergessenheit geraten. Dürer sprach deshalb von „nacketen Bildern“. Vor allem in Zeichnungen erkundete er immer wieder den menschlichen Körper, den weiblichen wie den männlichen, studierte systematisch dessen Proportionen, versuchte sich sogar am eigenen Aktportrait. Nur wenige dieser Studien – die kühnsten Experimente verblieben ohnehin in der Werkstatt – fanden später Eingang in seine Druckgraphik, noch viel seltener ins gemalte Tafelbild. Unabhängig von Vorbildern und dem gängigen Schönheitsideal begründete Dürer damit als erster Künstler der Renaissance den Akt als Kunstgattung, was nicht nur unter seinen deutschen Zeitgenossen für innovative Schübe sorgte, sondern auch in Italien rezipiert wurde. Diesem in seiner Wirkung epochalen, in Forschung und Literatur jedoch eher stiefmütterlich behandelten Bereich seines Werks ist der vorliegende Band gewidmet. Anne-Marie Bonnet hat sämtliche Zeichnungen Dürers, die sich mit der Darstellung des menschlichen Körpers befassen, zusammengetragen.

Pressemitteilung des Verlags


Roland Kanz

Die Brüder Casanova: Künstler und Abenteurer

Deutscher Kunstverlag, 2013

Brüder Casanova.jpgGiacomo Casanova beherrschte die hohe Kunst der Verführung und eroberte im funkelnden Treiben des Rokoko zahlreiche Frauen. Gegen Ende seiner Tage schrieb er in einem letzten Akt der Selbstliebe seinen berühmten Lebensroman. Er prägte damit das eigene Nachleben wie das seiner Brüder, die einst als Künstler ebenfalls Berühmtheit erlangten: Giovanni als Schüler von Anton Raphael Mengs und als Akademiedirektor in Rom und Dresden, Francesco als gefeierter Schlachtenmaler in Paris und Wien. Das Buch von Roland Kanz bietet mit überraschenden Einsichten ein bewegtes Panorama des europäischen Kulturlebens, eine mitunter turbulente Verwicklung von Galanterien, Gaunereien und Eifersüchteleien. Es vereint mit literarischer Leichtigkeit Literaturgeschichte mit der Kunst- und Kulturgeschichte im Kaleidoskop einer bemerkenswerten Familie des 18. Jahrhunderts.

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Doris H. Lehmann / Grischka Petri (Hg.)

Eklektizismus und eklektische Verfahren in der Kunst

Olms, 2012

Eklektizismus

In der Kunstgeschichte steht "Eklektizismus" oft für den Vorwurf einer unoriginellen Zusammenstellung mehrerer, nicht immer passender Vorbilder. Die hier versammelten Aufsätze machen deutlich: Dies war nicht immer so, und es gibt auch heute gut begründete, anders gelagerte Werturteile. Die sechzehn aus einer internationalen Methodentagung an der Universität Bonn hervorgegangenen Beiträge erklären u.a. den Eklektizismus als Streit- und Wertbegriff, befragen ihn als positiv verstandenes kunsttheoretisches Konzept neu und beleuchten unterschiedliche eklektische Verfahren durch die Jahrhunderte. Jenseits traditioneller Debatten zu diesem Thema in der Architektur liegt hier erstmalig ein Schwerpunkt auf den bildenden Künsten. Der Eklektizismus als historisches Phänomen und verschiedene eklektische Verfahren der künstlerischen Praxis treten so aus dem Schlagschatten einer kunstkritischen Auseinandersetzung heraus, die es ihrerseits neu auszuloten gilt.

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Grischka Petri

Arrangement in Business: The Art Markets and the Career of James McNeill Whistler

Olms, 2011

Whistler

Ever since John Ruskin dismissed James McNeill Whistler (1834–1903) as a coxcomb asking exaggerated prices for bad paintings, the American artist has been labeled an entrepreneurial self-promoter. For the first time, this study examines in detail the economic side of Whistler’s entire career. The artist’s professional trajectories are traced with the help of a database recording prices for his works between 1855 and 1903, making the structure of his international lifetime markets transparent. The book analyses Whistler’s exhibition strategies in London, Paris and New York, and the artist’s relationships with patrons and institutions. Whistler’s transactions with art dealers, commercial galleries and collectors are examined, and business aspects of his artistic decisions are discussed together with commercial implications of the Aesthetic Movement. Whistler emerges as a first modernist successfully making up strategies of distinction. A complement to the existing Whistler catalogues raisonnés and biographies focusing on the aspect of art economy, this study is a valuable reference work.

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Doris H. Lehmann

Historienmalerei in Wien. Anselm Feuerbach und Hans Makart im Spiegel zeitgenössischer Kritik

Böhlau, 2011

HistorienmalereiDie Rivalität zwischen dem "verkannten Künstler" Anselm Feuerbach und dem "Malerfürsten" Hans Makart ist legendär. Ihre sensationellen Ausstellungen modernisierten die Wiener Kunstszene und polarisierten die Debatte um die angemessene Ausstattung der monumentalen Ring­straßenbauten. Der Vergleich ihrer künstlerischen Strategien präsentiert die Historiengemälde dieser "Antipoden" in neuem Licht. Detaillierte Analysen zeitgenössischer Kritiken, Bildvergleiche, historische Karikaturen und Photographien lassen die Positionen beider Künstler und die "Makartzeit" in diesem Buch lebendig werden. Der umfangreiche Quellenanhang bietet neue Einblicke in den Kunstbetrieb des Wiener Ringstraßenprojekts. Ein Register erschließt die Dokumente für weiter­führende Studien.

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Georg Satzinger

Michelangelo und die Fassade von San Lorenzo in Florenz

Hirmer, 2011

MichelangeloDer Wunsch des Medici-Papstes Leo X., die traditionell von seiner Fa­milie geförderte Klosterkirche San Lorenzo mit einer prachtvoll geschmückten Fassade zu versehen, brachte 1516 eine Reihe von spektakulären Projekten konkurrierender Künstler, darunter Raffael, hervor, die paradigmatisch die Möglichkeiten einer bildtragenden Architektur ausloten. Schließlich fiel Michelangelo als dem fähigsten Bildhauer der Auftrag und damit die Aufgabe zu, sich zugleich im großen Maßstab als Architekt zu bewähren, bis die Medici 1520 die Arbeiten abbrachen. Die Planungen, die erstmals in allen überlieferten Zeugnissen rekonstruiert, mit zahlreichen neuen Ergebnissen interpretiert und umfassend transparent gemacht werden können, sind höchst aufschlußreich für Michelangelos ebenso voraussetzungsreiche wie wegweisende, neue Konzeption einer sich gegenseitig bedingenden Architektur und Skulptur.

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Georg Satzinger (Hg.)

Das kurfürstliche Schloss in Bonn

Deutscher Kunstverlag, 2007

Buchprojekt von Studierenden des Kunsthistorischen Instituts. Mit Beiträgen von Astrid Düvelmeyer, Rudolf Gatzka, Eric Hartmann, Marion Heisterberg, Florian Indenbirken, Tina Jahn, Marc Jumpers, Simone Kaldeborn, Vanessa Krohn, Carlos López, Anna Christin Meyer, Katja Mikolajczak, Sarah Möller und Cathrin Reif

Schloss.jpgDas Bonner Schloß war die Residenz der Kölner Kurfürsten und Erzbischöfe, die über mehrere Generationen aus dem Hause Wittelsbach kamen und die internationalen Maßstäbe des Münchner Hofes auch am Rhein zu verwirklichen suchten. So entstand eine Synthese zunächst italienischer, dann vor allem französischer Geschmacksvorstellungen. Während die Ausstattung weitgehend verloren ist, aber aus zahlreichen, teilweise erstmals publizierten Bild- und Textquellen anschaulich erschlossen werden kann, repräsentiert die originelle Architektur mit ihrer weitläufigen Einbindung in die Landschaft noch heute unmittelbar die hohen Ambitionen ihrer Erbauer. Zweihundert Jahre Nutzung als Universitätsgebäude brachten eine kaum weniger anspruchsvolle Ausstattungsgeschichte mit sich: Wandfresken der Nazarener, Treppenhaus und Aula im Stil des Art Déco und eine sehr qualitätvolle Wiederherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg, die dezidiert der ästhetischen Bildung der Studenten dienen sollte.

 

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