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Dr. Torsten Tjarks

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Forschungsschwerpunkte

  • Architektur des römischen Hochbarock
  • Francesco Borromini
  • Die Säulenordnungen in der Frühen Neuzeit
  • Entwicklungsgeschichte, Gestaltung und Anbringungskontexte der Wappenkartuschen im frühneuzeitlichen Rom
  • Adolph Menzel

 

Forschungsprofil

Die Forschung zur Architektur Francesco Borrominis konzentrierte sich auf seinen unkonventionellen Umgang mit dem klassischen, im 16. Jahrhundert kanonisierten Formenapparat der Säulenordnungen. Motivgeschichtliche Bezüge wie auch Fragen der Proportionierung und der Verwendung religiöser Symbole, die jeweils auf Gestalt, Funktion und Wirkungsabsicht des jeweiligen Baus abgestimmt sind, bildeten dabei Schwerpunkte der Untersuchung. Eine maßgebliche Quelle sind die zahlreichen erhaltenen Handzeichnungen Borrominis, die Anlass zu weiterer Auseinandersetzung in Bezug auf seine Entwurfstechniken und die Genese der Bauprojekte geben.

Die Beschäftigung mit den römischen Wappenkartuschen des 16. und 17. Jahrhunderts versteht sich als ein Beitrag zur Ornamentgeschichte Europas, indem versucht wird, für die Ewige Stadt die Entwicklungs- und Stilgeschichte dieses für die Selbstdarstellung von Auftraggebern so wichtigen Elements innerhalb des Bauschmucks nachzuzeichnen. Für die Wahlmonarchie Roms von besonderem Interesse sind die Verwendungen figürlicher Bestandteile und symbolhafter Zeichen in der Gestaltung der Kartuschen, während die heraldischen Felder der Schilde zur leichteren Wiedererkennbarkeit der repräsentierten Person schlicht gehalten wurden. Untersucht wird ferner die für sozialgeschichtliche und politische Bezüge signifikante Inszenierung der Wappenkartuschen in größeren figürlichen und architektonischen Zusammenhängen.

Ein jüngeres Projekt beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten im Werk Adolph Menzels, so den Modi seiner Bilderzählung, insbesondere in den historischen Genre-Darstellungen, sowie mit der allegorischen Grundierung vieler Kompositionen. Diese haben ihre Wurzeln in seinem frühen Schaffen als Gebrauchsgraphiker. Untersucht werden in diesem Zusammenhang auch Menzels selbst gewählte „Aufgabenstellungen“ malerisch-technischer Art, wobei gefragt wird, in welcher Beziehung die jeweiligen Aspekte zu den Erwartungshaltungen des zeitgenössischen Publikums stehen.

 

Schwerpunkte der Lehre

Die Themen der Veranstaltungen stammen aus den Bereichen der italienischen Renaissance und des Barock sowie des deutschen 19. Jahrhunderts. Bei der Einführung in die Methoden des Fachs liegt ein besonderes Augenmerk auf der Formanalyse, dem Aufzeigen motivgeschichtlicher und gattungsspezifischer Bezüge, der Lektüre zeitgenössischer Quellen sowie der historischen Kontextualisierung der ursprünglichen Funktionszusammenhänge religiöser und/oder politischer Natur.

 

Biographie

  • 2000‒2005 Studium der Kunstgeschichte, Germanistik/Neueren Literaturwissenschaft und Mittelalterlichen und neueren Geschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; studentische Hilfskraft im Projekt „Deutsch-jüdische Schriftsteller und der Zionismus“ des Sonderforschungsbereichs 534 „Judentum und Christentum. Konstituierung und Differenzierung in Antike und Gegenwart“ und im DFG-Projekt „Nomen et gens“
  • 2005‒2007 Doktorandenstipendiat an der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom, mit einem Dissertationsprojekt zum Architekturdetail bei Borromini
  • 2007‒2008 In Vertretung persönlicher Assistent der Institutsdirektorin Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer
  • 2008‒2009 Mitarbeiter am Projekt „Lineamenta – Eine Forschungsdatenbank für Architekturzeichnungen“
  • 2010‒2012 In Vertretung wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kunstgeschichte, Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Dezember 2011 Abschluß des Promotionsstudiums
  • 2012‒2014 Wissenschaftlicher Institutsassistent der Bibliotheca Hertziana, Rom
  • seit April 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn

 

Vorträge

  • In Architektur gebannte Figur. Termini in der Nachfolge Michelangelos. Vortrag auf der internationalen Tagung „Antworten auf Michelangelo“, 29. 4. 2015, Bonn
  • Vatikan und Vatikanstadt. Vortrag gehalten im Rahmen der Vortragsreihe „Einzigartig auf der Welt“ – Welterbestätten aus fernen Ländern zu Gast in Brühl, 19.9.2014, Brühl
  • Die Verbindung mit dem Anfang. Das Testament Borrominis, Vortrag gehalten auf der Tagung „Künstler und der Tod“, 9.11.2007, Irsee

 

Publikationen

Monographien

  • Das Architekturdetail bei Borromini. Form, Variation und Ordnung (Römische Studien der Bibliotheca Hertziana, 37), München 2015, zugl. Bonn Diss.

 

Unselbständige Publikationen

  • Kat. 19, 144, 163, in: Der Göttliche: Hommage an Michelangelo, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn (Ausstellungskatalog), München 2015.
  • Ein Bestandskatalog als Handbuch und Quellenkunde, Rez. zu Eduard Isphording, Mit Richtscheid und Zirkel. Kommentiertes Bestandsverzeichnis der Architekturtraktate, Säulenbücher, Perspektiv- und Baulehren, Musterbücher und Ansichtenwerke bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Nürnberg 2014, in: AKMB, 20 (2014), Heft 2, S. 63f.
  • Palazzo della Consulta, in: Christina Strunck (Hg.), Rom. Meisterwerke der Baukunst von der Antike bis heute. Festgabe für Elisabeth Kieven, Petersberg 2007, S. 437‒439.
  • Pallazzo di Giustizia, in: ibd., S. 493‒496.
  • Kat. 313, 330‒334, Künstlerbiographien (S. 503‒506), in: Georg Satzinger / Sebastian Schütze (Hgg.), „Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste II”, Katalog der Ausstellung, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 25.11.2005 – 19.3.2006, Leipzig 2005.
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