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Forschungsstelle Informelle Kunst

Die im Juni 2019 unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zuschlag eingerichtete »Forschungsstelle Informelle Kunst« hat das Ziel, die Forschungen zur informellen Kunst zu intensivieren und insbesondere auch den akademischen Nachwuchs einzubinden und zu fördern. Dabei soll das Informel in all seinen unterschiedlichen Facetten in Deutschland, Europa, Japan und in den USA untersucht, mithin eine globale Perspektive eingenommen werden.

Dass das Informel die zentrale künstlerische Innovation in der Kunst der 1950er-Jahre war und wirkungsgeschichtlich bis in die Gegenwart große Bedeutung hat, ist unbestritten. Umso mehr erstaunt es, dass es bis heute kein Forschungszentrum für diesen Bereich gibt. Bonn ist dafür ein geradezu idealer Standort: Das Kunsthistorische Institut verfügt über eine lange Tradition (der erste Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Deutschland wurde 1860 an der Universität Bonn eingerichtet), national wie auch international ein hohes Renommee und eine der bestausgestatteten kunsthistorischen Fachbibliotheken im deutschsprachigen Raum. Unter den Lehrenden in Bonn findet sich der Name Eduard Trier, der 1974 in einer Vorlesung zur Bildhauerei im 20. Jahrhundert den Begriff »informelle Plastik« eingeführt hatte. Nur wenige hundert Meter vom Institut entfernt befindet sich das LVR-LandesMuseum Bonn, in welchem die Kunststiftung Hann Trier angesiedelt ist (vor dem Gebäude steht eine Großplastik von Norbert Kricke, eine weitere von Otto Herbert Hajek befindet sich im Besitz der Universität und steht im Lichthof der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn). Das LandesMuseum wie auch das Kunstmuseum Bonn beisitzen repräsentative Werke des Informel. Ohnehin war das Rheinland ein wichtiges Zentrum dieser Kunstrichtung: An der Düsseldorfer Akademie lehrten K. O. Götz, Gerhard Hoehme sowie (aufgrund seines frühen Todes nur kurzzeitig) Peter Brüning. Der Kunstpalast in Düsseldorf verfügt mit der Sammlung Ingrid und Willi Kemp über eine bedeutende Privatsammlung informeller Kunst und ist darüber hinaus Sitz der Gerhard und Margarete Hoehme-Stiftung. In Köln lebte über viele Jahrzehnte Bernard Schultze, das Museum Ludwig verwahrt ei­nen Großteil seines künstlerischen Nachlasses. Wichtige Galerien wie die Galerie 22 in Düsseldorf und die Galerie Der Spiegel in Köln waren im Rheinland angesiedelt, ihre Nachlässe befinden sich zum Teil im Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels (ZADIK) in Köln, das daher reiches Quellenmaterial für diesen Bereich bereithält.

Die »Forschungsstelle Informelle Kunst« arbeitet eng mit anderen Kunsthistorischen Universitätsinstituten, Museen und dem Kunsthandel sowie mit Privatsammlungen zusammen. Dem ehrenamtlich tätigen Beirat gehören an: Dr. Renate Goldmann (VAN HAM Art Estate), Dr. Dieter Groll (Köln), Ina Hesselmann (Düsseldorf), Kay Heymer (Kunstpalast Düsseldorf), Hans Maulberger (Galerie Maulberger, München), Prof. Dr. Sigrid Hofer (Universität Marburg) und Dr. Gabriele Uelsberg (LVR-LandesMuseum Bonn).

Zu den Tätigkeiten der »Forschungsstelle Informelle Kunst« gehört die Vergabe von Promotionsstipendien, die Veranstaltung von Tagungen, die Herausgabe von Publikationen in einer eigenen Schriftenreihe, der Aufbau einer Sammlung von Rara wie Katalogen mit Originalgrafik, die Pflege nationaler wie internationaler Kooperationen sowie die Anregung und Durchführung von Sonderausstellungen in Zusammenarbeit mit Museen und anderen Partnern.

Wir danken unseren Förderern Galerie Maulberger, K. O. Götz und Rissa-Stiftung, MKM Stiftung, Privatsammlung Meerbusch, Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung. Stiftung Informelle Kunst, VAN HAM Art Estate.

 

Kontakt: Prof. Dr. Christoph Zuschlag und Anne-Kathrin Hinz M.A. 

→ Hier geht es zur Homepage der Forschungsstelle Informelle Kunst

 

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Feierliche Eröffnung der Forschungsstelle Informelle Kunst am 5. Juni 2019

Eröffnung Projekt Informelle Kunst

Mitglieder des Beirates der Forschungsstelle Informelle Kunst mit den Stipendiaten der Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung und der MKM Stiftung am Tag der Eröffnung

v. l. n. r.: Dominik Eckel (Stipendiat), Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Alexander Leinemann (Stipendiat), Prof. Dr. Sigrid Hofer, Kay Heymer, Ina Hesselmann, Dr. Renate Goldmann, Dr. Gabriele Uelsberg, Dr. Dieter Groll, Anne-Kathrin Hinz, Carolin Weber.

Foto: Jean-Luc Ikelle-Matiba/Kunsthistorisches Institut

Zur Eröffnung erschien am 6. Juni 2019 im WDR 3 Mosaik ein Interview mit Prof. Dr. Christoph Zuschlag

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