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Exkursion: Früh- und hochmittelalterliche Stuckausstattungen in Kirchenräumen rund um den Harz vom 4.-9. Oktober 2022

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Ausschreibung einer sechstägigen Exkursion zu den großen früh- und hochmittelalterlichen Stuckausstattungen in Kirchenräumen rund um den Harz vom 4.-9. Oktober 2022 (WiSe 2022, sechs Tage, für BA/MA), geleitet von Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck

Zu den klassischen Bereichen der Entwicklung einer mittelalterlichen Großskulptur im Frühmittelalter und vor allem der Romanik gehören die oft hochqualitätsvollen Stuckausstattungen der Kirchen rund um den Harzes von Weser bis Saale über Corvey, Hildesheim, Goslar, Halberstadt, Quedlinburg bis Halle/Saale. Stuck ist ein besonders anpassungsfähiges Material, das gut auch in ältere Bauten und Kontexte einbringbarer war. Mit ihm konnten große liturgische Einbauten wie Lettner und Chorschranken mit reichem Bildprogramm, aber auch Altäre, Heilige Gräber, Grabkammern und figürliche Grabplatten gestaltet werden. Ebenso war er als bauplastischer Dekor geeignet, der sich mit Wandmalereien verbinden konnte, in denen einzelne Elemente wie Nimben plastisch als Stuckapplikationen hervorgehoben wurden. Auch konnte er in einer Art Kratzputz an die Stelle herkömmlicher Wandmalereien treten. In der Spezialform des Gipsestrichs war er für großangelegte Bildprogramme von Kirchenfußböden geeignet. Das breite Spektrum dieses besonders anpassungsfähigen Werkstoffes, der rund um den Harz bestens verfügbar war, machte ihm zu einem Hauptträger der Gestaltung herausragender Kirchenräume zwischen Frühmittelalter und Romanik. Dies bzw. seine Verbindung mit Wandmalerei und der ebenfalls besonders in der Romanik aufkommenden Steinskulptur stellen ihn in eine dynamische Entwicklung der Kirchenausstattungen. Dies und Neufunde (Eilenstedt) bzw. neu bewertete Altfunde  (Gerbstedt), die auf der Exkursion dank der Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt zugänglich werden, machen den Bereich gerade aktuell wieder besonders interessant.

Auf diese Weise eröffnen sich auf der Exkursion Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten von Kunstgeschichte und Denkmalpflege sowie Anknüpfungspunkte für eigene Abschlussarbeiten in diesem dynamischen wie forschungsintensiven Bereich mittelalterlicher Skulptur im deutschsprachigen Bereich und darüber hinaus. Die Exkursion findet zudem zusammen mit einer von Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers vom Kunsthistorischen Institut der Universität Kiel geleiteten Exkursion zur Baugeschichte herausragender Bauten mit Stuckdekor statt, was einen regen Austausch in den Objekten erlaubt. Die Exkursion wird mit einem Bus der Universität Bonn vorgenommen und vor Ort mit diesem tagesweise von einem Standquartier in Halberstadt, sodass keine täglichen Umzüge zu befürchten sind. Dank der Universität wird sie finanziell gut gefördert.

Es stehen 14 Plätze zur Verfügung. Vorausgesetzt werden die Teilnahme an einer vorbereitenden Veranstaltung zur Einführung in das Thema in den Semesterferien vor der Exkursion, etwa am 21. Juli, gegebenenfalls per Zoom, die Erstellung eines Handouts für den Exkursion-Reader (hierzu wird ein Seminarapparat wird aufgebaut) und ein Referat vor Ort am jeweils gewählten Objekt. Bewerbungen mit kurzer Darlegung der Motivation und bisheriger Erfahrungen mit der Kunstgeschichte des Mittelalters (wenige Sätze) und Angaben zum aktuellen Status (BA/MA, Semesterzahl) bitte bis zum 10. Juli 2022 an: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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