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Streitstrategien bildender Künstler in der Neuzeit

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  • Projektleitung: Dr. Doris Lehmann
  • Betreuung: Prof. Dr. Roland Kanz
  • Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft
  • Laufzeit: 2012–2015

 

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Streit als Motor kreativer Prozesse formte »moderne« Aspekte der Selbstbestimmung und Neuprofilierung des Künstlers in der Neuzeit. Seit der Renaissance wurden in Auseinandersetzungen um das bessere Kunstwerk zentrale Konzepte und Traditionen ausgeprägt, um nicht allein über und mit, sondern um auch im Kunstwerk zu streiten. Wie jedoch Statusfragen durch non-verbalen Wettstreit verhandelt wurden, wie auf unterschiedlichen Ebenen künstlerisch geführte Auseinandersetzungen funktionierten und ob hierfür Kategorien wie »guter« und »schlechter« Streit relevant waren gilt es erstmalig systematisch zu erforschen und auszuwerten. Aufzuzeigen ist, wie Formen des Künstlerstreits und dessen ambivalentes Verhältnis zu gewalttätigen und justiziablen Handlungen in der Neuzeit wahrgenommen wurden, wie Streitbilder ihr bildrhetorisches und -polemisches Potential entfalteten und damit auch das Künstlerselbstbild und dessen Rezeption formten. Mit einer begrifflich geschärften Systematik werden alternative Lesarten erprobt und Diskrepanzen zwischen bestehenden Definitionen und der hiervon unabhängigen Einzelforschung ausgelotet. Untersucht werden Streitstrategien bildender Künstler der Neuzeit in Wort, Tat und Bild, diese werden ikonographisch und künstlersozialgeschichtlich analysiert und rezeptionsästhetisch kontextualisiert. Der werkrelevante Streit wird damit neu sicht- undlesbar gemacht und damit das kreative Potential der bildenden Kunst erfolgreich Streit zu führen.

 

Dr. Doris H. Lehmann, Liste der gehaltenen DFG-Projekt-Vorträge

  • »Verlebendigte Antike. Giambolognas Fiorenza Anadyomene« (Tagung »Leibhafte Kunst – Statuen und kulturelle Identität, Staatliche Kunstsammlung Dresden, 7.–8. März 2013)
  • »Mit den Waffen der Künstler. Künstlerstreit im Venedig der frühen Neuzeit/Con le armi dell’arte. Rivalità tra artisti nella Venezia della prima epoca moderna« (Tagung »Streit und Spiel. Venezianische Streit- und Konfliktkulturen von der frühen Neuzeit bis heute/Conflitti culturali a Venezia dalla prima età moderna ad oggi«, Venedig, Deutsches Studienzentrum Venedig, Università Ca’ Foscari, Gallerie dell’ Accademia Venezia, 16.–18. Mai 2013)
  • »Streit im Bild: Venedig als Ort frühneuzeitlichen Künstlerstreits« (Werkstattgespräch, Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte – TAK / SHARC, 27.11.2013)
  • »Zeichen ewiger Feindschaft: Giovanni Battista Piranesis Bildpolemik« (5. Arbeitstreffen des DFG-Netzwerks »Gelehrte Polemik«, Hamburg, Warburghaus, 30.9.–1.10.2014)
  • »Eselsohren und Hundekacke. Methodische Überlegungen zu frühneuzeitlicher Bildpolemik« (Vortragsreihe »Ästhetik – Geschichte – Diskurs. Aktuelle Ansätze, Methoden und Fragestellungen in der Kunstwissenschaft«, Düsseldorf, Heinrich Heine Universität, Kunsthistorisches Institut, 18.6.2015)

 

Dr. Doris H. Lehmann, Liste der publizierten DFG-Projektergebnisse

  • Dispute tra Artisti a Venezia: La »Calunnia di Apelle« di Girolamo Mocetto, in: Conflitti culturali a Venezia dalla prima età moderna ad oggi, hrsg. von Rotraud von Kulessa, Sabine Meine, Daria Perocco, Florenz 2014, S. 169–177
  • Tribolos Erbe: Giambolognas »Fiorenza Anadyomene«, in: Leibhafte Kunst: Statuen und kulturelle Identität (Morphomata, Bd. 24), hrsg. von Dietrich Boschung, Christiane Vorster, München 2015, S. 179–200, Taf. 6–9
  • Grenzüberschreitende Polemik. Johann Joachim Winckelmann und seine Kontrahenten, in: Gelehrte Polemik. Intellektuelle Konfliktverschärfungen um 1800, hrsg. von Carlos Spoerhase und Kai Bremer, Hamburg 2016 (im Druck)
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