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Symposium FOCUS 1600

Aschaffenburger Symposium zur Architektur und Bildenden Kunst des Manierismus

2. bis 4. September 2021
Aschaffenburg, Ridinger-Saal im Schloss Johannisburg
 

Selten steht ein Tagungsort derart paradigmatisch für ein Thema, wie im Falle der neuen Tagungsreihe „Focus 1600“ der manieristische Bau des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg von 1605 bis 1614. Der gewaltige Komplex war seit dem Mittelalter Zweitresidenz der Mainzer Kurfürsten, die bis 1806 als Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches das bedeutendste Staatsamt nach dem Kaiser innehatten und mit dem Erzbistum Mainz zugleich der größten Kirchenprovinz nördlich der Alpen vorstanden. Zeitgleich setzt direkt beim Schloss die 1621 geweihte Jesuitenkirche unter italienischem Einfluss völlig andere Akzente, während in der kurz zuvor geweihten Schlosskapelle der manieristische Marmoraltar von einem nachgotischen Rippengewölbe überfangen wird. Diese heterogenen Beobachtungen sind wohl nicht zuletzt Symptome jener retrospektiven, teilweise auch proto-nationalen Tendenzen, die seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zu festen Bestandteilen der europäischen Kunstgeschichte wurden.

So gilt der Schwerpunkt des ersten Symposiums „Focus 1600“ der Architektur und Bildenden Kunst im Heiligen Römischen Reich zwischen 1550 und 1650 abseits der großen, gut erforschten Zentren wie Prag und München. Sein Ziel ist eine stärkere Sensibilisierung für die deutsche Kunst dieser Epoche und eine kritische Hinterfragung und schärfere Profilierung des Manierismus-Begriffs aus einer dezidiert kulturhistorischen Forschungsperspektive.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Museen der Stadt Aschaffenburg mit den Kunsthistorischen Instituten der Universitäten Bonn und Mainz.
 

Veranstaltet von:
Dr. Thomas Schauerte (Museen der Stadt Aschaffenburg)
Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch (Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität Bonn)
Prof. Dr. Matthias Müller (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)

 

Themenfelder:

  • Kunst in den deutschsprachigen Ländern zwischen 1550 und 1650
  • Retrospektive Tendenzen in der Architektur und den Bildenden Künsten um 1600
  • Die deutschen Bistümer zwischen Katholischer Reform und Gegenreformation
  • Manierismus und Manierismen / Stildefinitionen und Stildiskurse / Zentren und Peripherien
  • Lokale bzw. regionale und frühnationale Traditionen versus internationale Standards und Verflechtung
  • Theologische und historische Traktatliteratur und Emblematik
  • Kunst- und Architekturtheorie
  • Werkstatttraditionen vs. künstlerisch-technische Innovationen
  • Architektur und bildende Kunst der Jesuiten. Neubewertung der jesuitischen Innovationen und Traditionen in den deutschsprachigen Gebieten
  • Kirchen, Klöster, Kapellen und ihre Ausstattungen
  • Burgen, Schlösser, Residenzen, Festungen und ihre Ausstattungen
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