26. Januar 2024

Objekt des Monats Februar Objekt des Monats Februar

Eine Fotografie der Loggia Rucellai präsentiert von Jasmin Roth

Eine Fotografie der Loggia Rucellai präsentiert von Jasmin Roth

Die Loggia Rucellai in Florenz
Die Loggia Rucellai in Florenz © KHI, Bonn
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Objektangaben:

Titel: Die Loggia Rucellai in Florenz

Urheber der Fotografie: Edizioni Brogi, Nr. 21278

Entstehungszeit der Aufnahme: 1932

Technische Angaben: Silbergelatine-Abzug auf Karton, 25 x 19,5 cm

Provenienz: unbekannt

Kommentar:

Die Loggia Rucellai wurde 1463-66[1] im Auftrag von Giovanni Rucellai erbaut, dessen Imprese der geblähten Segel, das auf die Textilproduktion der florentiner Adelsfamilie anspielte, am Fries der Breitseite zu sehen ist. Zwar diente die Loggia, wie die in Sgraffito-Technik gearbeiteten Impresen zeigen, ursprünglich der politischen und kulturellen Repräsentation der Familie[2], doch deutet die Aufnahme aus der Bonner Fotosammlung die spätere Nutzung des historischen Bauwerks an: Zu sehen ist der Bauzustand, der nicht zuletzt auf Umgestaltungen von 1677 zurückgeht, als die Arkaden für Giovanni Battista Fogginis Werkstatt durch eine Mauer verschlossen und in zwei Geschosse geteilt wurden. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Loggia von verschiedenen Gewerben genutzt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich anscheinend ein Haushaltswarenladen in der Loggia, denn die Schaufenster bewerben Porzellan, dekorative Figuren und andere Haushaltsgegenstände. Zwar sind die Geschäfte, die in der Loggia Rucellai eine Verkaufsfläche innehatten, nicht dokumentiert, doch die erkennbaren Plakate „FASCI ITALIANI DI COMBATTIMENTO“ der Milizen der italienischen Faschisten und der Katalog der Fotografie-basierten Verlagsanstalt Brogi aus dem Jahr 1932[3] lassen eine Datierung der Fotografie zu. Der heutige Zustand kam durch die vom Architekten Piero Sanpaolesi ausgeführte, umfangreiche Restaurierung 1963-64 zustande, bei der die Arkaden wieder geöffnet und zum Schutz des Inneren verglast wurden.[4]

Jasmin Roth

Anmerkungen:
[1] Die genaue Bauzeit der Loggia ist in der Literatur aufgrund fehlender zeitgenössischer Quellen umstritten; Die Datierung von Preyer 1977 zwischen 1463-1466 wird jedoch mehrfach als plausibler Zeitraum angenommen. Die Umstände der Baugeschichte der Loggia sind in Preyer 1977, Kent 1972 und Leinz 1977 nachzulesen.
[2] Insbesondere die Streitigkeiten mit den Medicis sollten durch den Bau ins Gleichgewicht gebracht werden, indem zum Anlass Bernardo Rucellais Hochzeit mit Lucrezia „Nannina“ de‘ Medici 1466 auch das Familiensymbol der Medici in den Fries der Fassade eingelassen wurde. Vgl. Ausst.-Kat. Florenz 2006. S. 151f.
[3] Vgl. Brogi 1932, S. 54.
[4] Vgl. Goy 2015, S. 27; Ausst.-Kat. Florenz 2006, S. 161.

Literatur und weiterführende Links:

Catalogo delle Fotografie. Firenze e Toscana. Pitture, Vedute, Sculture, ecc., Florenz 1932, URL: http://wwwuser.gwdg.de/~fotokat/Fotokataloge/Brogi_1932_1_h.pdf [Abgerufen am 16.01.2024].
L'uomo del Rinascimento. Leon Battista Alberti e le arti a Firenze tra ragione e bellezza, hg. von Fondazione Palazzo Strozzi (Ausst.-Kat. Florenz, Palazzo Strozzi, 11.03.-20.07.2006), Florenz 2006.
Goy, Richard: Florence. A Walking Guide to Ist Architecture, New Haven 2015.
Kent, F. W.: The Rucellai Family and Ist Loggia, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, Vol. 35 (1972), S. 397-401.
Leinz, Gottlieb: Die Loggia Rucellai. Ein Beitrag zur Typologie der Familienloggia mit einem Katalog Florentiner „Loggienfamilien“ (zugl. Bonn, Univ., Diss., 1976), Bonn 1977.
Preyer, Brenda: The Rucellai Loggia, in: Mitteilungen des Kunsthistorischen Institutes in Florenz, Bd. 21, H. 2 (1977), S. 183-198.

Wird geladen